The Adventure Of The Empty House - Deckelbau Obersendling - TUM - Der Greif

The Adventure Of The Empty House – Deckelbau Obersendling – TUM – Der Greif

Audiovisuelle Installation
22. März 2019 | Deckel Maschinenfabrik

18:30H Gelände ist zur selbständigen Begehung geöffnet.

19.30H Podiumsgesrpräch mit Gunter Henn (HENN), Vilma Pflaum (V P Photography), Muck Petzet (Muck Petzet Architekten), Jürgen Meyer (Neuhof Schulen) Gita Cooper-van Ingen (Der Greif), Burkhard Körner (Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege); Moderation: Andreas Putz

Licht-, Bild- und Toninstallation EG-OG6
Musikperformance & Apéro OG6
bis 22.30h

Im München der frühen 1960er Jahre entstehen kurz nacheinander zwei Verwaltungsgebäude des Architekten Walter Henn. Die Bauten der Osram Forschungszentrale in Untergiesing und der Deckel Maschinenwerke in Obersendling gleichen sich wie Zwillinge, aber mit ungleichen Schicksalen. Von der Osram Forschungszentrale verbleiben nach dem Abriss 2018 nur noch die ikonischen Fotografien Heinrich Heidersbergers, das Verwaltungsgebäude der Deckel Maschinenwerke wird aktuell einer neuen Nutzung zugeführt.

In Zusammenarbeit mit der Fotografin Vilma Pflaum, dem Komponisten Benedikt Brachtel und der Organisation für zeitgenössische Fotografie “Der Greif”, entwickelt die Professur für Neuere Baudenkmalpflege eine multimediale Installation bei laufender Baustelle.
Am Abend der Veranstaltung erleuchtet das Deckel Gebäude in Anlehnung an das bekannte Nachtbild Heidersbergers. Der Blick auf die Außenfassade wird so zur Reminiszenz an die Architekturfotografie der 1960er Jahre.
Eine Bild- und Toninstallation lässt sieben Etagen mitten im Umbauprozess zu einem Diskurs zwischen Betrachter, Kunst und Bausubstanz werden.
Die ständige Verhandlung zwischen Bauwerk und sich verändernden Anforderungen wird greifbar, der oft vorbelastete Blick auf die Bauten der 1960er Jahre, die Fragen des Umgangs mit dem Bestand und dessen Rezeption werden in einer Podiumsdiskus-sion hinterfragt.
Direkt auf der Baustelle setzen sich alle Akteure im Dialog zwischen Altem und Neuem, mit Themen der Prozesshaftigkeit, des Mashups und der Collage auseinander. Zu diesem einmaligen Anlass öffnet das im Umbruch stehende Areal der ehemaligen Deckel Maschinenwerke in Obersendling seine Türen für Besucher.

Vilma Pflaum
In ihren Arbeiten setzt sich Vilma Pflaum als Künstlerin, Fotografin und Regisseurin mit Geschichte und Erzählung auseinander. Verstecktes und Verborgenes sichtbar zu machen, ist charakteristisch für ihre Arbeit. Dabei ist der sensible Umgang mit der Materie und die individuelle Herstellungstechnik immanenter Teil des Werkes. Dokumentierende, szenische und konzeptionelle Ansätze finden sich niveaugleich im Repertoire der Künstlerin.
Pflaums Publikation „aufze ich nen“ ist träger des Schönste Bücher Preises (AT) und in Ausstellungen in Europa und Asien zu sehen.

Benedikt Brachtel
Als Komponist, Dirigent, Musiker, DJ und Musikproduzent arbeitet Brachtel im internationalen Konzert-, Musiktheater-, Label-, Club-, und Ausstellungsbetrieb. 2014 initiiert Brachtel das Musikperformance-Festival „Mycel” im MaximiliansForum München. In einer begehbaren Multikanalinstallation performen Musiker und Tänzer für eigens erstellte Auftragskompositionen. Brachtels Klanginstallationen bringen ihn u.a. für Vitra zum Designers Saturday, Langenthal (CH) oder nach Ahmedabad (IND), wo er im Januar 2016 eine Audioinstallation für Le Corbusiers “Mill Owners Building” entwirft. Seit 2016 arbeitet er an abendfüllenden Kompositionsaufträgen der Bayerischen Staatsoper. Brachtel lebt und arbeitet in München.

Der Greif
Der Greif ist eine Organisation für zeitgenössische Fotografie. Künstlerisches Herzstück und Ursprung des Projekts ist eine hochwertige Printpublikation, die Arbeiten von AutorInnen und KünstlerInnen in einem Gesamtkunstwerk kombiniert und präsentiert.
Gegründet 2008, verbindet Der Greif digitale und analoge Räume und setzt sich mit zeitgenössischer Bild-Produktion, -Distribution und -Rezeption auseinander. Kernthemen sind eine veränderte Wahrnehmung von Autorschaft, De- und Rekontextualisierung fotografischer Bilder, Appropriation, künstlerischer Umgang mit fotografischen Archiven und Remix-Kultur. Der Greif hat mit Institutionen wie FOAM, der Aperture Foundation in New York, C/O Berlin, dem Fotomuseum Winterthur zusammengearbeitet und Werke von mehr als 1.500 FotografInnen und KünstlerInnen in Print, Ausstellungen und online gezeigt.

Professur Neuere Baudenkmalpflege
Prof. Andreas Putz, Europa Frohwein
Gegenstand der 2018 neu eingerichteten Professur bildet das jüngere Bauerbe. Eine investigative, analytische und wissenschaftlich fundierte Methodik ermöglicht einen begründeten Umgang mit den Beständen der Nachkriegszeit. Neuere Baudenkmalpflege sucht nach Potenzialen angemessener und nachhaltiger Erhaltung, Weiter- oder Wiederverwendung dieses Bauerbes über den denkmalgeschützten Einzelfall hinaus.