Uraufführung: Hass Triptychon - Wiener Festwochen / Maxim Gorki Theater - Sibylle Berg / Ersan Mondtag

Uraufführung: Hass Triptychon – Wiener Festwochen / Maxim Gorki Theater – Sibylle Berg / Ersan Mondtag

Ein deutsches Paar isst zu Abend und redet über seine zerrüttete Ehe, während sich die Tochter in Hass und Unzufriedenheit ergeht und einen Amoklauf plant. Über ihnen hört die alte Frau vor sich hin geifernd jedes Wort mit. Ein schwules Paar sitzt im Bademantel am mit Mensch gefüllten Kühlschrank und redet darüber, wie sie nie werden wollten, wie sie geworden sind und dass kein Geld mehr aus der Wand kommt. Die migrantische Frau denkt an ihren Mann, den sie aus purem Sadismus im Keller eingemauert hat, ihr Sohn liegt masturbierend im Bett. Entschlossen, jedes Klischee zu erfüllen, dass ihm zugeschrieben wird, wartet er auf die deutsche Tochter am gegenüberliegenden Fenster. Sibylle Bergs Hass-Triptychon aus dem Jahr 2008 ist ein nahezu vollständiges Verzeichnis deutscher Mittelstandsalbträume. Berg tauscht den Füllfederhalter gegen die Latte aus einem Vorgartenjägerzaun und gibt der Verrohung die ihr angemessene Form. Aber da alles viel schlimmer geworden ist, als es 2008 hätte gedacht werden können, bedarf es eines deutlichen Updates. Sibylle Berg überschreibt für diese Koproduktion den eigenen Text.

Die Uraufführung inszeniert Ersan Mondtag mit Benny Claessens und Spieler*innen des Gorki-Ensembles.

Uraufführung 24. Mai bei den Wiener Festwochen

Die Berliner Premiere findet in der Spielzeit 2019/2020 im Gorki statt.