The joy of life - HAU - Ersan Mondtag

The joy of life – HAU – Ersan Mondtag

Komposition für Violine, Harfe, Gitarre, Akkordeon, Flügel, Cembalo und Truhenorgel.

Premiere: 19.06.2021 HAU1

Harfe: Melis Çom

Violine: Emmanuel Hahn

Piano / Cembalo: Jean-Pierre Collot

Akkordeon: Julian Schwarz

Gitarre: Pedro Aguiar

Orgel: Konstantin Esterl

Gemeinsam mit einem Ensemble von acht Tänzer:innen entwickelt der Berliner Regisseur Ersan Mondtag am HAU Hebbel am Ufer seine erste choreografische Arbeit und vertieft damit die konzeptuellen und performativen Ansätze von Inszenierungen wie “De Living” (NTGent / HAU 2019). In “Joy of Life” treffen Kinder aus unterschiedlichen Jahrzehnten im Limbus aufeinander. In dieser Welt der Ereignislosigkeit, in der sie weder sterben noch Glückseligkeit erlangen können (Bühne: Stefan Britze), reden sie über ihre Albträume, ihre Aufstände und Schiffbrüche – und über das Tanzen. Einige unter ihnen sind schon lange da. Ihre Körper sind älter geworden, ihre Stimmen, ihr Verhalten und ihr Repertoire an Erfahrungen sind aber immer noch die eines Kindes. Nach einem plötzlichen Stillstand versuchen die Tänzer:innen sich in dieser Zwischenwelt erst mit einfachen Übungen in Form zu halten. Allmählich lernen sie, ihre Bewegungen wieder auf die anderen auszurichten, bis sie als “corps de ballet” ihre ganze Schönheit entfalten, um schließlich in Solos gegeneinander anzutreten. Der Tanz – oder besser das Tanzen – wird zu einer Metapher für unser “in der Welt sein”.

Wir hören die Stimmen der Kinder im Off. Das fiktionale Gespräch (Autor:innen: Olga Bach, Diawara Bandiougou und Eva-Maria Bertschy) basiert auf Interviews mit den Tänzer:innen des Ensembles, mit Vertreter:innen der Fridays-for-Future-Bewegung und mit Kindern und Jugendlichen aus Westafrika, die über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa kamen. Sie erzählen, wie sie sich gegen ihre Eltern auflehnten, die über ihre Leben und vor allem ihre Zukunft bestimmten, wie sie Grenzen und Ungerechtigkeiten nicht anerkannten und von der Reise, die sie angetreten haben, als sie ihr Elternhaus verließen – um zu tanzen. Es entsteht das Panorama einer Zeit im Umbruch, in der Kinder sich auf die Wissenschaft und das geltende Recht berufen, um ihr Überleben zu sichern.

Choreografie und Regie: Ersan Mondtag / Tanz: Daphne Fernberger, Rob Fordeyn, Yannick Lomboto, Philipp Joy Reinhardt, Jone San Martin, Kate Strong, Ashley Wright, Ulysse Zangs Text: Olga Bach, Diawara Bandiougou, Eva-Maria Bertschy Musik: Benedikt Brachtel Bühne: Stefan Britze Lichtdesign: Rainer Casper Kostüme: Teresa Vergho Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy Regieassistenz: Akin Isletme Hospitanz: Lara Weidemann Produktionsassistenz: Ben Mohai