Der gute Mensch von Sezuan / Theather Ulm

Der gute Mensch von Sezuan / Theather Ulm

Parabelstück von Bertolt Brecht.

Premiere am 10. April 2014 am Theater Ulm

Regie: Antje Schupp

Musik: Paul Dessau
Musikalische Leitung / Bearbeitung: Benedikt Brachtel
Musik: Benedikt Brachtel (Gitarre), Alfredo Miglionico (Piano)

Ausstattung: Mona Hapke
Dramaturgie: Michael Sommer

mit: Christel Mayr, Aglaja Stadelmann, Renate Steinle; Benedikt Brachtel, Alfredo Miglionico, Gunther Nickles, Florian Stern, Christian Streit, Raphael Westermeier

- Rezension auf Nachkritik.de: “Der gute Mensch von Sezuan – Antje Schupp zündet mit Bertolt Brechts Lehrplanklassiker in Ulm die große Pop- und Verwandlungsshow”

Kritikenrundschau

Bert Brechts eher bewegungsarme Parabel bekommt in der respektlosen Ulmer Version für Markus Golling von der Augsburger Zeitung (12.4.2014) “mächtig Drive”. Doch bei aller: eine Persiflage ist as dem Abend  aus Sicht des Kritikers trotzdem nicht geworden. “Er gibt vielmehr Brechts Kapitalismus das Gesicht der modernen Konsumgesellschaft. Und die Inszenierung stellt neue Fragen – welche die Schauspieler auch mit dem Publikum diskutieren: Ist ein guter Mensch, wer Gutes kauft? Oder: Darf man ‘Der gute Mensch von Sezuan’ überhaupt so zeigen? Die Antwort muss ‘ja’ heißen, wie auch der große Applaus am Ende bewies. Einige Zuschauer hatten das Haus aber schon vorher erzürnt verlassen.”

In der Südwest Presse schreibt Magdi Aboul-Kheir (14.4.2014), die Inszenierung spiele im “Überall und Heute” und setze auf “beliebte Verfremdungseffekte aus Brechts epischem Theater: Einblendungen, Songs, Sprünge, deklamierendes Sprechen. Die Zwischenspiele sind hier Videofilmchen.” Aber Schupp verfremde das Verfremdungstheater. Sie “treibt Brecht mit Brecht aus – oder sie hat Spaß mit ihm”. Sie steigere das Rollenwechseln ins “ulkige Extrem”, nehme sich “textliche Freiheiten” und lasse die Schauspieler damit kokettieren. Auch Paul Dessaus Musik werde “durchaus interpretiert”. “Vitales Theater, stringent und kurzweilig erzählt.”